Durch einen Thread auf samdroid.net bin ich auf die Möglichkeit gestossen debian auf dem Spica zum laufen zu bekommen. Ich möchte die Anleitung kurz auf deutsch wiedergeben, bzw. mein Vorgehen schildern.
Zunächst müssen 2 Dateien heruntergeladen und dann entpackt werden, zum einen das debian.img und das Shellscript zum starten.
In die Datei bootdebspica.sh habe ich noch eine Zeile (Zeile 22) eingefügt um den Namen root für den Benutzer zu setzen (export müsste sonst bei jedem Start ausgeführt werden).
export USER=root
Die beiden Dateien debian.img und bootdebspica.sh müssen auf die Sd-Karte kopiert werden.
Die weitere Einrichtung kann mit dem Terminalemulator durchgeführt werden:
su -c bash
remount rw
mkdir /data/local/mnt
chmod 0777 /data/local/mnt
su -c bash wechselt zum Benutzer root und startet bash
Dann wird das Dateisystem beschreibbar gemountet, als nächstes wird das Verzeichnis zum mounten eingebunden und Rechte gesetzt.
Nun muss nur noch das Script nach /system/xbin kopiert werden (und wenn gewollt umbenannt werden):
cp /sdcard/bootdebspica.sh /system/xbin/
chmod 0777 /system/xbin/bootdebspica.sh
oder
cp /sdcard/bootdebspica.sh /system/xbin/debian
chmod 0777 /system/xbin/debian
Um debian nun zu starten muss nun nur als user root debian bzw. bootdebspica.sh eingegeben werden.

Um nun auch eine grafische Oberfläche zu haben und darauf zugreifen zu können fehlt uns noch der tinyvncserver und ein Fenstermanager. Ich habe icewm auf dem Handy getestet, da es relativ sparsam ist. Es lässt sich natürlich auch ein anderer WM installieren:
apt-get update
apt-getinstall tinyvncserver icewm
Nach der Installation muss nun nur noch der VNC-Server gestartet werden:
vncserver -geometry 480×320
Der VNC-Server verlangt nun das festlegen eines Passwortes. Nach dem festlegen des Passwortes kann man zurück zum Homescreen des Handys springen (kurz auf die Hometaste drücken)
Um nun grafisch zugreifen zu können fehlt nur noch der VNC-Client:

VNC-Client ohne Werbung (Kostenpflichtig)

VNC-Client mit Werbung (kostenlos)
Einstellungen für den VNC-Client:
Host: localhost
Port: 5091

Nun stellt sich sicher der ein oder andere die Frage wozu braucht man so etwas?
Nun diese Frage muss sich jeder selbst beantworten… natürlich ist es etwas merkwürdig ein Betriebssystem als chroot-Umgebung in einem Android-Handy laufen zu lassen. Ich kann mir aber z.B. vorstellen, dass sich so das ein oder andere Linux-Spiel spielen lässt… Ich wurde auch schon über ICQ gefragt ob man mit dem Handy compilieren kann..
Im Zweifelsfall kann ich immer noch mit “weil es geht” antworten.
Vielleicht hilft diese Anleitung ja auch jemandem beim nachbasteln. In diesem Falle würde ich mich natürlich über einen Kommentar freuen.
Da ich ja immer alle Geräte mit dem Unix-Benchmark WHT 2 ausprobieren muss hier noch ein Ergebnis:
BYTE UNIX Benchmarks (Version 4.1-wht.2)
System — Linux gonzo 2.6.26-2-486 #1 Mon Jun 21 05:12:58 UTC 2010 i586 GNU/Linux
/dev/sda1 1751656 939124 812532 54% /
Start Benchmark Run: Sa 28. Aug 13:06:45 CEST 2010
13:06:45 up 52 days, 16:26, 1 user, load average: 0.99, 0.35, 0.11
End Benchmark Run: Sa 28. Aug 13:20:51 CEST 2010
13:20:51 up 52 days, 16:40, 2 users, load average: 17.25, 7.74, 3.68
INDEX VALUES
TEST BASELINE RESULT INDEX
Dhrystone 2 using register variables 376783,0 376783,7 10,5
Double-Precision Whetstone 83,0 27,0 3,2
Execl Throughput 188,0 192,1 10,2
File Copy 1024 bufsize 2000 maxblocks 2672,0 3198,0 12,0
File Copy 256 bufsize 500 maxblocks 1077,0 3632,0 33,7
File Read 4096 bufsize 8000 maxblocks 15382,0 2053.0 1,3
Pipe-based Context Switching 15448,0 14446,3 9,4
Pipe Throughput 111814,0 96716,2 8,6
Process Creation 569,0 687,8 12,1
Shell Scripts (8 concurrent) 44,0 43,8 9,8
System Call Overhead 114433,0 240701,3 21,0
=========
FINAL SCORE 9,2
Damit ist das Handy schonmal schneller als mein Printserver.